Regensburg im Jahr 2011. Fast 70 Jahre nach Kriegsende und nach über 30 Jahren Diskusssion arbeiten die Stadtoberhäupter und ihre Fachkräfte intensiv an einem respektlosen Andenken für die ermordeten und gequälten Opfer des Colosseum in Regensburg Stadtamhof. Die Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg mitten in der Stadt Regensburg hatte eine der höchsten Todesraten.
Während der Stadtrat am 10. November seine Bemühungen weiter fortsetzte, trafen sich die Domtauben vor Ort zu einer Bestandsaufnahme.
Ein ehrenwertes Haus
(sehr frei nach Udo Jürgens)
Dieses Haus ist frisch saniert.
Alle Wohnungen sind schon belegt.
Das Viertel schön und aufgeräumt.
Die Miete sprudelt unentwegt.
In Stadtamhof fühlt man sich wohl,
Die Sonne scheint
Die Leut gehen raus
Sie trinken Wein Und Cappucino hier
Vor diesem ehrenwerten Haus
Natürlich an den alten Geschichten übers Haus,
Da ist vielleicht was dran.
Gewiss ist da auf jeden Fall,
Dass dafür heute keiner mehr was kann.
In Stadtamhof fühlt man sich wohl,
Die Sonne scheint
Die Leut gehen raus
Sie trinken Wein Und Cappucino hier
Vor diesem ehrenwerten Haus.
KZ – das ist ein schlimmes Wort
Das war doch eine Unterkunft.
Jetzt immer noch erinnern
Widerspricht doch der Vernunft.
In Stadtamhof fühlt man sich wohl,
Die Sonne scheint
Die Leut gehen raus
Sie trinken Wein Und Cappucino hier
Vor diesem ehrenwerten Haus.
Fast 70 Jahre ist das her,
Und endlich heißt es Schlussstrich ziehen,
Klar gab’s KZ und Todesmarsch,
Doch die meisten konnten fliehen.
In Stadtamhof fühlt man sich wohl,
Die Sonne scheint.
Die Leut gehen raus.
Ich zünd sie an die ganze Stadt mitsamt
Diesem ehrenwerten Haus.